Philosophie

(Nur) ein glücklicher Mensch hat einen glücklichen Hund

Wie der Mensch, so sein Hund …

Mein grösster Wunsch ist es, dass Halter/in und Hund zusammen glücklich sind.

Ein vierbeiniger Begleiter, der wesenssicher, glücklich, ausgeglichen und belastbar ist – das soll kein frommer Wunsch bleiben. Gemeinsam wollen wir diese Eigenschaften erarbeiten. So wird ihr Hund «salonfähig».

Bereits als Junge hatte ich das Glück, gute Erlebnisse mit unserm Hund Prinz zu machen. Als junger Erwachsener waren es meine eigenen Hunde, die mich und meine Entscheidungen massgeblich beeinflussten. Ich lernte viel von ihnen.

Meine bisherige berufliche Laufbahn und fortlaufende Weiterbildungen erlauben es mir heute, in meiner Hundeschule abgestimmt auf die individuellen Bedürfnisse Verhaltensregeln und -massnahmen an Mensch und Hund weiterzugeben.

Im Folgenden einige Gedanken

Wesenssicherheit ist kein Dressurakt!

Ein wesenssicherer Hund bewältigt für ihn neue Situationen mit einer Souveränität, welche dem Besitzer erlaubt, seinen Hund überall mit zu nehmen, ohne dass er befürchten muss, sein Tier könnte ihn in Schwierigkeiten bringen.

Ob in der Dunkelheit der Nacht, in fremder Umgebung, beim Zusammentreffen mit fremden Menschen und Kindern oder auch mit andern Tieren im Wald, auf dem Bauernhof, im Strassenverkehr – gemeinsam mit dem sensibilisierten Hundeführer wird der Hund jede Herausforderung sicher meistern. Im heutigen Alltag, wo der Lebensraum für alle enger geworden ist und Stress und Hektik regieren, ist ein wesensstarker und sicherer Hund ungemein wertvoll.

Ein solcher Idealhund fällt aber nicht vom Himmel – schön wärs. Wie für jeden beginnt auch für den Welpen alles Lernen bereits am ersten Tag. Nach den ersten 10-12 Lebenswochen, die der Welpe in engstem Kontakt mit seiner Mutter und den Wurfgeschwistern in sicherer und gleichzeitig anregender Umgebung verbracht hat, wird er als nächstes eine sichere Bindung zu seinem Menschen aufbauen. Nicht jeder Welpe braucht dafür gleich viel Zeit, aber Zeit braucht jeder.

Vorher hat sich der Mensch schon wochen- oder monatelang mit dem Kauf eines Hundes auseinander gesetzt. Dabei hat er sich seinen Hund ausgesucht, das Tier mit den rassentypischen Eigenschaften, die auf seine Bedürfnisse zugeschnitten sind. Sein Herz hat sich bereits an einen „Idealhund“ gebunden, an das Bild, das er sich von seinem Welpen gemacht hat, noch ehe das bedürftige Jungtier in seinem Besitz ist. Der Mensch hat so bereits eine Bindung zu seinem Hund, nicht aber umgekehrt.

Das kleine Wesen kommt also in eine artfremde Umgebung, ist hilf- und schutzlos ganz auf seinen Fürsorgegaranten angewiesen. Dieser allein weiss um die Nöte und Bedürfnisse seines Schützlings. Die ersten Tage sind entscheidend, ob der heranwachsende Hund die Sicherheit, deren er bedarf, erfährt, oder ob er auf sich allein gestellt sein wird. Das braucht viel Geduld und Einfühlungsvermögen vom neuen Menschen; nur so ist der Kleine fähig, eine tragfähige Bindung zu seinem Zweibeiner aufzubauen, eine Bindung, der ein Urvertrauen zu Grunde liegt und die niemals von Angst geprägt sein darf.

Mit dieser Basis wird aus dem Welpen ein sicheres Hundekind. Die Fein- und Grobmotorik kann sich ungehemmt entwickeln, der Kleine lernt, sichere Schritte zu machen in der neuen Welt und entdeckt, dass es dabei Grenzen gibt. Nicht alles ist erlaubt. Nur weil die Hundeschnauze neuerdings bis auf den Salontisch reicht, heisst das nicht, dass sich Hund da nun bedienen darf. Der Junghund lernt die Bedeutung von «ja» und «nein» kennen und beginnt, Erlebtes damit zu verknüpfen. Nun ist liebevolle Konsequenz seitens des Halters umso wichtiger. Der Hund lernt zu unterscheiden. Das eine darf ich immer, das andere nie, und das führt letztendlich zu der angestrebten Wesenssicherheit.

Wie wird der Hund führbar? Wie lernt er die Bedeutung von ja und nein richtig zu verknüpfen?

Wir arbeiten mit Reizen. Zum einen setzen wir Futter ein nach dem Spielautomatenprinzip. Das heisst, es gibt nicht immer was. Der Hund soll mit Futter nicht gekauft, sondern zu regelmässigen Zeiten nicht zu üppig mit seiner Futterration vesorgt und allenfalls dann und wann mit einem Häppchen belohnt werden.

Ein weiterer Anreiz ist Spielzeug: Unsere Hunde spielen von Natur aus sehr gern. Deshalb machen sie bei allen Übungen motiviert mit.

Auch das Spielen will gelernt sein. Der Hund lernt, mit Gegenständen zu spielen, und er lernt seinen Menschen dabei gut kennen. Dieser Punkt wird oft unterschätzt. Im Gegenzug lernt auch der Mensch seinen Hund kennen. Der Führer leitet das Spiel und erkennt frühzeitig, wenn der Hund aus dem Spiel in die Realität kippt, und kann das Spiel abbrechen.

Deshalb wird nicht nur das Spielen trainiert, sondern auch der Spielabbruch. Für den Hund ist das ebenso wichtig; er lernt seinem Menschen vertrauen. Der Vierbeiner weiss: Mein Mensch hat die Situation im Griff, und das macht ihn wiederum zum sicheren Hund.

Auch das Spiel mit Artgenossen wird trainiert. Sozialkontakte und Hundeknigge werden so untereinander erlernt. Für einen heranwachsenden Hund sind solche Spielsequenzen unerlässlich: Ohne dass der Vierbeiner es merkt, wird er zum «anständigen» Hund. Konflikte werden spielerisch ausgetragen. Aber auch da ist der Hund nicht sich selbst überlassen, denn sein Mensch ist sensibel und erkennt, wenn sein Schützling Hilfe braucht; er greift ins Spiel ein. Ob der Hund korrigiert werden muss, weil er Grenzen überschreitet, oder ob er Hilfe braucht, weil er in Bedrängnis geraten ist – der Mensch bleibt Führer, der Hund weiss das und kann sich darauf verlassen.

Wir fördern das eigendynamische Lernen und lenken den Hund nur in die gewünschte Richtung. Der Hund lernt Selbstständigkeit und «Probleme» selbst zu lösen. Wir unterstützen ihn nur dabei, immer nach dem Motto: «Hilf mir, es selbst zu tun».

Der Vierbeiner lernt am Erfolg. Das gilt für jedes Verhalten, auch für solches, das wir Menschen als unerwünscht tadeln. Hat der Hund einst gelernt, dass er mit dem berüchtigten Bettelblick seinen Mensch erweichen kann, verzeichnet er das als Erfolg. Der Hund wird mit Sicherheit diesen Blick aufsetzen, wann immer er etwas aus seinem Zweibeiner herausholen will. Dabei ist es eine viel stärkere Erfahrung für unser Tier, wenn es erfährt, dass wir uns über ein positives Verhalten freuen und es unmittelbar darauf überschwänglich loben.

Hunde neigen zu Langeweile. Auch das auszuhalten oder die Langeweile sinnvoll zu füllen will gelernt sein. Wir Menschen müssen unsere Hunde nicht dauernd unterhalten. Gemeinsam erarbeiten wir einfache Tricks, wie der Zweibeiner seinen Hund eine ganze Weile beschäftigen kann, ohne selbst müde zu werden, oder damit sich der Hund so vertieft in seine Beschäftigung, dass sein Mensch einen Moment lang überflüssig wird. So haben wir die Garantie, zufriedene und ausgeglichene Tiere zu haben, ohne um unser Mobiliar fürchten zu müssen …

Mein Hund lernt sein Leben lang – ich auch

Nicht jeder Hund hat die selben Ansprüche. Manche Hunde wollen mehr gefordert werden, zum Beispiel Hunde aus Arbeitslinien, die für die Jagd gezüchtet wurden, oder Schutz- und Hütehunde. Sie sind unterfordert mit blossem Gassigehen. Hingegen gibt es gemütlichere Hunde, die mit wenig Aktivitäten glücklich sind und mit zu viel Programm überfordert wären.

So individuell unsere Hunde sind, so vielfältig ist das Angebot in meiner Schule. Von der Welpenspielgruppe über die Junghundegruppe bis hin zur Hobby- und Sportgruppe bieten wir die verschiedensten Kurse an. Es ist mir ein Anliegen, die Gruppenzusammensetzung so zu gestalten, dass sich jedes einzelne Mensch-Hund-Team bei mir wohl fühlt. Keiner soll zu kurz kommen oder unter- bzw. überfordert werden. Der Arbeit mit kleineren Gruppen gebe ich den Vorzug, so kann ich besser auf das einzelne Team eingehen. Wir machen keine Massenabfertigung, denn glückliche Menschen haben glückliche, lern- und leistungsfähige Hunde.